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Aufbau und Krise der Sinn-Gestalt. Tasso und die Prinzessin im Kontext der goetheschen Werke.

Ammerlahn, Hellmut. Aufbau und Krise der Sinn-Gestalt. Tasso und die Prinzessin im Kontext der goetheschen Werke. Bern, Frankfurt/M., New York, Paris, 1990. 173 pages.

Zum 200. Jahr der Erstausgabe von Goethes Torquato Tasso erscheint diese Neuinterpretation, die das Künstlerdrama als Erkenntnisdrama des Dichters versteht und Tasso in nächste Nähe zu Goethes beiden anderen Leidens- und Erkenntnishelden, Faust und Wilhelm Meister, rückt. Die in Tassos schöpferischer Einbildungskraft sich wandelnde Gestalt der Prinzessin spielt für sein Welt- und Selbstverständnis eine ähnliche Rolle wie—in erweiterter Form und Komplexität—sie gewissen Frauenfiguren in Wilhelm Meisters Lehrjahren für den Helden und im  Faustdrama Helena zukommt. Im Blick auf geschichtliche und übergeschichtliche Dimensionen der Menschengestaltung in Goethes Symbolik erschließen sich sowohl die Passivität wie die paralysierende Kraft von Tassos Prinzessin, der schönen Gräfin in den Lehrjahren, der schönen Lilie im Märchen und Helenas im Faust II. Die scheinbaren Widersprüche dieser Gestalten zu analysieren, ihren ontologisch-epistemologischen Charakter und Standort im Zusammenhang mit Goethes kulturkritischen und naturwissenschaftlichen Überlegungen aufzuzeigen, ist Ziel dieser Monographie.

Aus dem Inhalt: Die Funktion urbildlichen Denkens als Mittel der Weltorientierung für den Dichter. Statische Idealbildlichkeit im Konflikt mit einer sich wandelnden, unheldischen Wirklichkeit. Weltanschauungskrise und Kulturkritik. Das Verhältnis von Leiden, Erkenntnis und künstlerischer Gestaltung bei Goethe.

Selected Reviews:  «Its meticulously objective analyses of the implications of character portrayal in 'Torquato Tasso' make this monograph, whose persuasive conclusions all ultimately derive from close reading of the drama's text, an exemplar of illuminating literary interpretation [...] No brief review can do justice to Ammerlahn's analyses and the conclusions he carefully draws from them. His extraordinary sensitivity to parallels in other texts and to echoes within 'Torquato Tasso' contributes as much to his authority as a critic as do his judicious arguments with other critics and supplemental evidence in footnotes often as interesting as his main text. » (Stuart Atkins in: Goethe Yearbook)

 «A valuable contribution to Tasso-scholarship, it will also appeal to those who wish to learn more about the general artistic development of Goethe during his years in Italy. [...] Ammerlahn's command of the argument, his familiarity with the texts involved, his engaging style, and his recognition of both the strengths and weaknesses of symbolism as a theoretical foundation make for a truly impressive piece of scholarship. » (Elizabeth Calkin in: Seminar)

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